Geschafft.
Ich bin leer. Emotional, kreativ, intellektuell.
Seit dem 9. September schaufel ich meine Offline-Archive hier rein. Ich habe jeden Text, den ich jemals geschrieben und noch nicht gelöscht hatte, geöffnet, durchgelesen, mich hineinfallen lassen, psychologisch analysiert und hierher übertragen. Umschreiben habe ich mir verboten (und ich war in Versuchung), denn ich darf aushalten, mich so zu sehen, wie ich damals war. Gekürzt habe ich einiges. Weggeworfen wenig.
Ein paar Texte gerade aus den Nachtgedanken liegen noch auf meinem Computer und warten auf meine Entscheidungen.
Noch einige Mails an und von meinem Vater. Die sind emotional gerade zu hart für mich, sie anzufassen.
Mit jedem Text habe ich mich der Begegnung mit mir selber gestellt. Mit dem dummen, dem intelligenten, dem naiven, dem erfahrenen, dem idealistischen, dem resignierenden Menschenkind, das ich zum jeweiligen Zeitpunkt war. Was habe ich gelacht, wenn ich in meiner eigenen Küche saß, den Blick auf meine Chaoten, die damals noch so klein, so katastrophal, so verschlingend waren. Ich saß weinend mit mir selber in den dunkelsten Stunden meiner Beziehung. Ich war frei mit mir am Meer, in den Abgründen meiner Seele in Kreißsäälen, glücklich in der kuscheligen Zweisamkeit mit einem Neugeborenen, hoffnungslos in schwarzer Depression, himmelhochjauchzend in rosa Zuckerwatteglück.
Einiges davon war leicht.
Vieles davon war schwer.
Alles hat mich berührt.
Und so sitze ich hier, 31 Tage später. 1.678 Beiträge weiter.
Wenn wir für jeden Vorgang aus Öffnen, Lesen, Betrachtung, Reflexion und Übertrag nur 7 Minuten im Mittel veranschlagen, dann waren das 11.746 Minuten.
Ich habe in den vergangenen 31 Tagen jeden einzelnen Tag durchschnittlich gut 6 Stunden die Konfrontation mit meiner eigenen Biografie gewagt. Und die Realität hat durchaus sowohl tageweise Pausen als auch viele allein durchwachte Nächte gehabt, in denen ich mit Musik auf den Ohren und Tränen im Gesicht meine Vergangenheit bearbeitet habe.
Heute bin ich für den Moment fertig. Das Jadekompendium fehlt noch, sofern der Support mir antwortet. Es wurde nach 3 Jahren wegen Inaktivität gelöscht und ich warte noch auf Antworten. Vielleicht lässt sich noch etwas retten. Besonders die dunklen Phasen mit der Kriegerin habe ich hauptsächlich dort verarbeitet, das wäre mir wichtig, ein paar Texte von dort zu retten.
Aber es ist wie es ist.
Es wird, wie es sein soll.
