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Thema: Daily

14.03.2026

Krank. Bin seit Tagen richtig fies krank und es scheint mir, als hätte mein Körper dem Stress der letzten Wochen jetzt endlich nachgegeben. Ich huste, wache jeden Tag mit Kopfschmerzen oder wahlweise Migräne auf, habe mal wieder eine Nasennebenhöhlenvereiterung, die mir bei jedem nach vorne lehnen den Kopf explodieren lässt, zusätzlich zu Ganzkörperschmerzen, Schwindel und dem allgemeinen Gefühl, einfach gleich völlig unspektakulär zusammenzubrechen. Irgendwo in einer Ecke, damit es auch niemanden stört. Passend dazu lasse ich mein Handy inzwischen mal wieder ab und zu ganz vorsichtig auf höchster Lautstärke in einer Ecke liegen und hab es nicht mehr 24 Stunden an meinem Körper klebend, damit ich auch ja keinen verzweifelten Anruf eines weinenden Kindes verpasse, der Dauerstrom im Gehirn lässt ganz allmählich nach und das ist so nötig. Ich schlafe morgens, nachdem ich die Kinder aus dem Haus geschubst habe, ich schlafe mittags, wenn sie irgendwann in ihren Zimmern verschwunden sind, ich schlafe nachmittags bis ich Abendbrot kochen muss und ich gehe viel zu früh ins Bett um auch noch den nächsten Tag zu schaffen. Ich schlafe am Wochenende ganze Tage durch in der Hoffnung, dass irgendetwas davon besser wird, nachlässt oder vielleicht auch einfach nur aufhört. Die Sorgen bleiben. Meine Grenzen sind so deutlich fühlbar, was Arbeit angeht, dass auch hier nur noch Verzweiflung dominiert. Ich werde etwas finden. So lange verkaufe ich gerade Dinge, die in unserem Besitz und nicht mehr von Nöten sind. Ich zähle jeden Cent und so unangenehm die ganze Thematik auch ist, umso stärker werde ich aus ihr herausgehen. Die Ausbildung von Kindern ist  teuer. Das Leben mit Kindern und Tieren in einem Haus ist teuer. Wir wussten das. Der Preis muss gezahlt werden, so oder so. Ich hoffe, ich erhole mich einigermaßen schnell von dieser Krankheit, ich wollte, musste, sollte eigentlich noch mal zur Tochter zum Baby, in zwei Wochen ist schon Konfirmation ganz im Norden, zu der ich unbedingt hinwill, sind doch so viele Herzensmenschen dort. Auch hier Probleme, die noch gelöst werden müssen, ich bin so müde, allumfassend müde.

Kati 14.03.2026, 17.59 | (1/0) Kommentare (RSS) | PL

06.03.2026

Ich wache mit Migräne auf und Schwindel, Kopfschmerzen und Kreislaufbeschwerden multiplizieren sich mit jedem Kind, das die Treppe runtertrampelt. Meine Sorgen kreisen laut kreischend in meinem Kopf, während ich meine kleine Müslischale voller Medikamente als Frühstück zu mir nehme. Sofort wieder ins Bett ist nicht, ich muss mich gleich fertigmachen, absagen ist wie versagen, geht mich, mach ich nicht. Der erste Anruf des großen Kindes, ich halte aus, höre zu, bestätige, beruhige, vermisse, wäre gerne näher und weine ein paar stumme Tränen, das kann ich ja gut. Asgard hat gestern alle Probekekse für die Konfirmation gefressen, weil ein Kind die Küche aufgelassen hat, immerhin waren sie noch unverziert, sonst wären nicht nur teure Zutaten sondern auch Stunden an Arbeit für die Katz im Hund. Ludwig altert gerade massiv, er wird dieses Jahr 10 Jahre alt, ist grau, wird langsamer, doch so liebevoll ergeben, so aufmerksam, so pflichtbewusst und regeltreu wie eh und je, wann immer ich darüber nachdenke, ihn verlieren zu können, kommen wieder die Tränen. Ich weiß, man findet seinen Seelenhund immer nur einmal im Leben. Und ich weiß mit absoluter Sicherheit, dass er und ich einmalig sind. Nach ihm wird es keinen Hund mehr für mich geben. Die Kriegerin hat Henriette inzwischen komplett vereinnahmt, Henriette ist nicht mehr mein Hund. War sie vielleicht auch nie. Die Kinder sind allesamt so verliebt in sie wie in keinen der beiden sturen Bollerköppe, die mein Herz tragen. Hunde finden ihre Menschen, schätze ich. Es ist, wie es sein soll. Ich muss heute Cookies für den Schwiegersohn backen und eine riesige Lasagne für die große Tochter. Beides können der Mann und die Kinder morgen mitnehmen, wenn sie dorthin fahren, um das Baby kennenzulernen und zu bestaunen. Ich möchte auch wieder hin. Möchte mein Kind umarmen, bewundern, sicher sein, dass es ihm gut geht. Ich verfluche all die Mitgroßeltern, die nicht erkennen, wieviel emotionalen Druck sie gerade aufbauen, indem sie um ein Neugeborenes rangeln und die Grenzen der Mutter missachten. Ich hasse Menschen. Der Schwiegersohn zeigt eine derart ausgeprägte emotionale Reife, dass mir die Luft wegbleibt. Er übernimmt so viel Verantwortung, zeigt Rückgrat, steht für meine Tochter und ihre Bedürfnisse ein und stellt sich vor sie wie der Schild, der er ihr geschworen hat, zu sein. Ich lerne gerade, ihn auf eine sehr besondere Art zu lieben.

Kati 06.03.2026, 09.04 | (0/0) Kommentare | PL

05.03.2026

Ich trete nicht gegen Mechanismen an. Ich bin ein Mensch, dessen Traumaarbeit ihn gelehrt hat, dass er alles schafft. Es ist die Grundüberzeugung meines Lebens und sie wackelt nicht, egal, was andere sagen.
Ein Mensch, der mit derselben Vehemenz die Überzeugung vertritt, dass er eben nicht kann, eben nicht weiß, seinen Mechanismen hilflos ausgeliefert ist, wird sich von nichts und niemandem auf dieser Welt vom Gegenteil überzeugen lassen. Und ich weiß inzwischen, dass ich verliere, wenn ich es auch nur wage, dieses heilige Bündnis aus Trauma und Angst zu benennen. Ich kämpfe gegen eine gut eingespielte Einheit, die alles tun würde, um den StatusQuo nicht zu verlieren.
Also schweige ich. Halte aus. Halte durch. Und gehe irgendwann weiter. 

Morgen Kennenlerngespräch im Hospiz. Schauen, ob ich mich wohlfühlen kann, ob ich auch beruflich in eine Umgebung passe, in der sich Tod und Leben dauerhaft berühren. 
Alles im Umbruch. 

Das große Kind und ich reden viel, lange. Ich sagte vorgestern Nacht zu ihr: Mutterwerden ist kein sanfter Prozess. Es ist brutal, umwälzend und zeigt dir all deine Grenzen. Du fühlst dich innen wie außen roh und wund und deine Welt bleibt stehen, während alle anderen Menschen lächelnd ihr Leben weiterführen, als wäre nichts passiert. 
Ich bin demütig und dankbar, dass es diese Stunden zwischen uns gibt, in denen ich trotz meines Alltags hier in ihre Welt eintauchen darf und einen Moment mit ihr im Stillstand ausharre. Da, wo Körper und Seele wund sein dürfen. Im Schlafmangel, in den Zweifeln, in der Überforderung. Ich bin so stolz auf sie und höre, wie erschöpft sie ist. Weiß, ich kann, darf ihr nichts davon abnehmen, weil es der Beginn ihrer eigenen Geschichte ist. Aber ich kann da sein. Anerkennen. Die Tränen aushalten. 

Vielleicht ist das das, was ich mir immer für mich gewünscht hätte. Dass jemand da ist, der aushält. Ohne Problemlösung. Ohne Trösten, ohne Aktionismus, ohne Angst, ohne Selbstzentrierung - jemand, der einfach die ganze Wut, den Schmerz und die Tränen aushält. Jemand, der mitfühlt, aber nicht mitleidet. Der sich an meine Seite begibt, aber weder an mir festklammert noch an mir zieht, noch von meiner Wucht davongetragen wird, weil er sich nicht selbst halten kann. 

Der Konflikt zwischen dem großen Sohn und der großen Tochter ist für mich schwer auszuhalten. Ich kann beide Seiten in ihren Gefühlen anerkennen, aber es ist nicht an mir, das aufzuarbeiten. Ich spüre, wie groß die Verlustängste beim Kobold sind, wie nah die Erinnerungen, als die große Schwester damals einfach so gegangen ist. "Sie hat mich einfach so zurückgelassen" Mein Herz zieht sich zusammen, wenn ich diese Worte höre. Ich fühle den Schmerz noch so lebendig in mir wie kaum etwas anderes. Ich habe das in den letzten Jahren mit ihr aufgearbeitet, die beiden müssen diesen Schritt noch gehen. Und es obliegt nicht mir, das zu steuern. Es sind zwei erwachsene Menschen, die ihre eigenen Konflikte austragen müssen. Übungsfeld. Sehr großes Übungsfeld.

Dazu kommt seine Sehnsucht nach dem Auszug. Ich verstehe ihn so gut und spüre, wie er kämpft, nach Möglichkeiten sucht und viel zu oft noch an seine eigene Limitierung glaubt. Ich habe Vertrauen, dass er seinen Weg finden wird, so wie er ihn bislang immer gefunden hat, auch wenn es einfach mehr Zeit braucht und oftmals verschlungene Pfade nimmt. Er ist mein Baby und wenngleich genau das immer mein oberstes Ziel war, ist es hart, ihn ziehen zu lassen. 

Wo ein paar hundert Kilometer weiter Mutterschaft gerade erst beginnt, endet hier einmal mehr meine unmittelbare Zuständigkeit und das ist herausfordernder als ich es mir jemals hätte ausmalen können. Ich sehne mich so sehr nach Beständigkeit in meinem Leben. Nach jemandem, der genau die Frau sehen kann, die ich heute bin. 

Kati 05.03.2026, 10.00 | (2/0) Kommentare (RSS) | PL

04.03.2026

Drei telefonische Bewerbungsgespräche später muss ich mich den bitteren Tatsachen stellen. Mein Körper wird die kommunizierten Anforderungen nicht schaffen. Die Stelle im Hospiz steht noch aus, ich habe gesagt ich melde mich noch einmal, um ein Treffen zu vereinbaren, nachdem sie sagten, ich bringe perfekte Voraussetzungen mit und sie möchten mich nur noch persönlich kennenlernen. Aber um ganz ehrlich zu sein: Ich weiß es nicht. Ich verzeichne seit etwa drei Monaten einen vergleichsweise rasanten Anstieg meiner körperlichen Belastungsfähigkeit nach dieser ganzen Post-Covid-Scheiße, aber habe letzte Woche sehr deutlich gemerkt, wie mich einige Tage Schlafmangel, Stress und lange Autofahrten außer Gefecht setzen. Ich kann schon seit Jahren nicht mehr schmerzfrei laufen und die ständigen Treppen und gelaufenen Kilometer bei der Tochter haben meinen Knien nicht gut getan. Aber ich brauche dieses Geld, um die Rechnungen abzufangen. Die Führerscheine der Kinder, die große Tochter und das Baby, die mich doch deutlich intensiver brauchen als ich mir das je hätte vorstellen können, die Nachzahlungen fürs Gas, Strom, Wasser, der ganz normale Alltagswahnsinn, wir stehen mit dem Rücken zur Wand. Ich weiß, ich werde einen Weg finden, auch wenn ich ihn noch nicht sehe. Und die Suche nach ihm beschäftigt mich zumindest, während meine brennenden Träume mir die Umgebung erleuchten. Einfach immer weiter, nur noch ein paar Jahre durchhalten.

Kati 04.03.2026, 10.41 | PL

03.03.2026

Ich liege nachts wach und grüble. Ich sehe, wie die letzten Reserven schwinden und ich habe kaum eine Möglichkeit, irgendetwas zu tun. Ich muss irgendwie Geld verdienen und ich habe keine Ahnung, wie ich mich so hoch schilden soll, damit wir das schaffen. Die letzten Wochen und Monate haben die Mauern bereits so hoch gezogen, dass ich nur noch ich bin und keinerlei Entspannung mehr möglich ist, in der wir alle ein Leben leben dürfen. Aber vielleicht ist das jetzt auch egal, jetzt, wo die letzten Illusionen zerplatzt sind. Mein Lebenswerk ist so allumfassend zusammengebrochen, dass ich erst jetzt sehe, dass mein Schloss nur auf Sand gebaut war.

Kati 03.03.2026, 08.46 | PL

Manipulation

Die unverhohlene Forderung, ich müsse meinem Gegenüber zumindest mal etwas entgegenkommen, drückt meine roten Knöpfe schon lange nicht mehr. Wäre ich in der Vergangenheit sofort in Selbstzweifel versunken, ob ich vielleicht doch zu hart, zu unnachgiebig, zu wenig entgegenkommend wäre, löst diese Respektlosigkeit in Anbetracht aller jemals geführten Gespräche heute nur noch Ablehnung und Ekel aus. 
Ich lasse mich nicht mehr benutzen.

Kati 01.02.2026, 15.42 | PL

Druck

Keine Zeit, keine Zeit... 
Morgens um 7 Uhr die ersten 10 Kilo Putz anzurühren, um die Wände fertig zu bekommen, damit man nach dem Abtrocknen dann das Esszimmer endlich streichen und fertig machen kann, so lange zu fünft in der kleinen Gartenküche ohne Tisch einfach beim Essen herumzustehen oder zu sitzen oder sich gedrängt an die Arbeitsplatten zu stellen, jede Minute kann der Anruf kommen, dass die Geburt losgeht, die Esszimmerschränke stehen aktuell vor meinen Schränken, in denen sich die Karten und das Geschenk zur Geburt befindet, dazu die Autofahrschulkatastrophen der beiden Chaotenkinder, der Marder hat erneut das Autokabel angenagt, ich habe keine Ahnung, wann ich wie wo was am besten machen soll, ich bin mitten in der depressivsten und hoffnungslosesten Phase meines Lebens und laufe nur noch auf Hochfunktionalität, ich weiß das. 

Ich betreibe Raubbau an meinem Körper, an meinem Geist und an meiner Seele und habe oft so dunkle Gedanken, die zäh wie flüssiger Teer an mir kleben und sich weder abschütteln noch abwaschen lassen, also schleppe ich mich mit ihnen durch die Tage, immer weiter, immer weiter, gehetzt von einem äußeren Umstand nach dem nächsten, nichts mehr im Griff, nichts mehr unter Kontrolle, einfach nur noch mitlaufen, rennen, kriechen, immer weiter. 

Meine Unfähigkeit, mich begreiflich zu machen, belastet nicht nur mich, sondern auch meinen Gesprächspartner und wo ich Grenzen kommuniziere, ernte ich nur Unverständnis und selbstzentrierten Fokus, der mich unsichtbar, unbegreifbar, unwichtig macht. 
Nicht mein Inhalt wird gehört, sondern die Form, was schwer ist, wenn jemand wie ich nur noch mit dem Rücken zur Wand versucht, sich schreiend, wütend, innerlich verzweifelt weinend Gehör zu verschaffen, wo Worte nicht auf emotionalen Resonanzboden sondern intellektuelle Analyse fallen.

Kati 21.01.2026, 09.50 | PL

Abbruch

Leise rieselt der Putz...

Nachdem wir die Heizungen im Esszimmer voll aufgedreht haben und der Putz ein paar Tage trocknen konnte, kommen nun weitere große Platten davon von der Wand. Am Freitag kommt der Dachdecker, der sich die Hausecke ankuckt, denn es ist nasser als es sein dürfte, Bruchstein hin oder her. Leider regnet es zusätzlich wieder in Strömen, das Haus wird nass, die Wand ist nass, wir trocknen von innen gegen, es ist alles sehr unerquicklich. Aber gut, immerhin etwas zu tun zusätzlich zu den ganzen Waschladungen, die gerade anfallen, weil das Baby aus dem Skiurlaub zurück ist und zumindest heute auch nur halb so schlimm aus demselben Grund: Ich habe das Butzebaby wieder. 
Er hat sogar daran gedacht, mir ein Souvenir mitzubringen und der dritte Satz nach seiner Ankuft (während er schon ausgehungert Käsekartoffelpürre und Fischstäbchen in sich hineinstopfte) war: "Endlich wieder richtiges Essen." Wir sind also wieder komplett, er durfte den Tag heute durchatmen und morgen beginnen dann wieder Schule und Alltag. 

Kati 14.01.2026, 18.12 | (1/0) Kommentare (RSS) | PL

Struktur

Jetzt wo das kleine Kind für etwas längere Tage weg ist, merke ich erst, wie sehr unser aller Alltag auf sein Bedürfnis nach innerer und äußerer Ordnung ausgelegt ist. Und automatisch entspanne ich. Lasse Dinge liegen, lebe in einem Rhythmus, der mehr meiner als seiner ist. Hier ist zum Glück (bis auf den Mann) niemand mehr, den das stört und so muss ich auch keinen Aktionismus ertragen, bei dem jemand versucht, meine Nachlässigkeiten noch schnell aufzuholen, sondern es darf einfach liegen bleiben und ich fühle dabei so viel Freiheit und Ruhe. Das fängt in der ritualisierten morgendlichen Hektik an, die mehr einer einstudierten Performance gleicht als einem Alltag, den ich freiwillig leben würde, aber ihm ausreichend viel Sicherheit und Struktur vermittelt, um in seinen Tag zu starten.

Die Worte, die Handlungen, die genau bemessene Interaktion, das repetitive Aneinanderreihen von jahrelang gewachsenen Verhaltenselementen und das Wissen darum, dass bei einem Fehltritt der Meltdown oder schlimmer Shutdown droht. Ich nehme es im Alltag nicht so sehr als Zwang wahr, aber jetzt, wo er fehlt, ist das Durchatmen in mir deutlich spürbar.
Ich habe entschieden, diese Tage zu genießen, obwohl ich mir Sorgen mache, wie er zurechtkommt, was ich hinterher auffangen muss und ich ihn mit jeder Faser meines Mutterseins vermisse. Mein Baby. Mein Nesthäkchen. Und mein besonderer Butz.

Kati 08.01.2026, 15.22 | (3/0) Kommentare (RSS) | PL

Auf ein Neues.

Ich stehe nach dem Duschen nackt und wundgeschrubbt auf der Terasse und genieße die Kälte, die mich so verlockend umhüllt. Klare Luft, Eiseskälte und Stille. Nur von mir geht ein schwacher Erdbeergeruch aus, der mich wohlig in der Nase kitzelt. 

Meine Vorsätze beziehen sich dieses Jahr auf Dinge, die ich lassen, statt auf Dinge, die ich tun will. Und so ist auch klar, dass das neue Jahr keinen schöpferischen Impuls aus kreativer Kraft geben kann, sondern mit Sorgen startet. Geldsorgen, Gesundheitssorgen, Beziehungssorgen, Kindersorgen, Tiersorgen. Und zum ersten Mal fühle ich Anfang Januar keinen Schaffensdrang. Der Schnee, der draußen liegt, berührt mich nicht, obwohl das zeitlebens mein Highlight des Winters war. Es dringt einfach nicht durch. Ich hänge beim Fotosortieren immer noch in düsteren Gedanken fest, was ich alles mit mir habe machen lassen, um meinen Wert als Mutter, Ehefrau, Tochter, Enkelkind, Freundin, Arbeitskraft zu beweisen und nichts davon hat mich wirklich weitergebracht. Also lösche ich weiter. Aus meiner Erinnerung kann ich es nicht löschen, aber als Zeitdokument muss ich es nicht behalten.

Kati 05.01.2026, 12.11 | PL



Das Tragische an diesem Leben ist nur, dass es auf einer wahren Geschichte beruht.

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